Leichte Migration eines bestehenden OTP-Systems zu privacyIDEA

Oftmals entscheiden sich Kunden, ihr bestehendes, proprietäre OTP-System zur Zwei-Faktor-Authentifizierung abzulösen. Dies hat verschiedene Gründe. Das bestehende System ist zu alt und es gibt keine Updates mehr. Gleichzeitig wird es zu unflexibel. Die für das System verfügbaren Token erfüllen nicht mehr die Anforderungen der heutigen Zeit. Unternehmen wachsen zusammen und jedes Unternehmen bringt seine eigene, proprietäre Lösung mit. Manchmal ist das bestehende System auch einfach zu teuer oder im Zuge der Vertrauens- und Überwachungsthematik möchte man lieber ein Open Source System einsetzen.

Dies sind Gründe, wieso sich Kunden für die Nutzung von privacyIDEA entscheiden.

privacyIDEA bietet schon heute verschiedene Möglichkeiten — bspw. mit den RADIUS Token, eine solche Migration sanft durchzuführen. Doch mit der Version 2.11 wird eine solche Migration nochmal leichter. privacyIDEA 2.11 wird am 18. März veröffentlicht. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie bitte hier unseren Newsletter.

Zentral definierte RADIUS-Server

In privacyIDEA 2.11 ist es möglich, an zentraler Stelle mehrere RADIUS-Sever zu konfigurieren. Dies ist vergleichbar mit der letztens eingeführten Möglichkeit, zentral SMTP-Server zu konfigurieren.

Zentral definierte RADIUS-Server

Zentral definierte RADIUS-Server „RSA SecurID“.

Diese RADIUS-Server können für den RADIUS-Token oder auch in den Richtlinien verwendet werden.

Bisher (bis einschließlich privacyIDEA 2.10) muss für jeden Benutzer in privacyIDEA ein RADIUS-Token ausgestellt werden. Dieser RADIUS-Token verweist auf den alten RADIUS-Server des abzulösenden OTP-Systems. Solange der Benutzer also noch keinen OTP-Token innerhalb von privacyIDEA hat, kann er sich noch immer mit dem alten Token authentisieren.

Eine Richtlinie für alle Benutzer

Ab Version 2.11 können die zentral definierten RADIUS-Server in den privacyIDEA-Richtlinien verwendet werden.

policy-radius-passthru

Der zentral definierte RADIUS-Server „RSA SecurID“ wird in der passthru-Policy verwendet.

Hierzu wurde die bereits existierende passthru-Richtlinie erweitert. Die passthru-Richtlinie greift, wenn ein Benutzer innerhalb von privacyIDEA noch keinen Token zugewiesen bekommt. Die Authentifizierungsanfrage wird dann an das LDAP oder AD weitergereicht oder – nun neu in 2.11 – an einen konfigurierten RADIUS-Server.

Das bedeutet, dass in einem sanften Migrationsszenario von Ihrem alten OTP-System hin zu privacyIDEA nur noch eine einzige Richtlinie zu definieren ist, und Sie nach und nach allen Benutzern einen neuen Token innerhalb von privacyIDEA ausstellen können!

Migrieren!

Das hier beschriebene Szenario funktioniert problemlos für alle Systeme, die einen RADIUS-Server bereitstellen. Darunter Systeme wie Kobil, RSA SecurID, SafeNet, Vasco (in alphabetischer Reihenfolge).

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